Alessa Neuner

A Life dedicated to Horses

Von vergessen geglaubten Ponyfohlen und Träumen in Schweden || 5 Fragen an die Firma SABRO

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Vor etwa zwei Jahren bin ich das erste Mal über eine Internetseite gestolpert. Ich war – etwas frustriert – auf der Suche nach einem Kappzaum für meinen Araber. Entgen der üblichen globigen, steifen Modelle, die mich damals schon einfach nicht zufrieden stellten, fand ich auf www.Sabro.de ganz andere Pferdeausrüstung. Doch ich fand noch etwas anderes, was mir bis heute noch in Erinnerung blieb: Ich blätterte durch die Internetseite hindurch, als mir zwei große, tieftraurige Knopfaugen in einem Haufen aus zottligem Plüsch entgegen blickten: „Heinzelchen“. Ein Ponyfohlen, welches mit völlig deformiertem Vorderbein zurückgelassen in einer Pferdeklinik ein Fall für den Tierschutz wurde. Ein Fall für Menschen mit Herz – ein Fall für Sabro!

Die unglaubliche Geschichte eines vergessenen Ponyfohlens…

Eigentlich hatte Heinzelchen schon jegliche Hoffnung aufgegeben – mit 3 Monaten von einem Großpferd böse am Vorderbein verletzt worden, fristete er von heute auf morgen plötzlich völlig alleine sein Dasein in einer Klinikbox. Ohne Mutter, ohne Pferdekontakt und ohne Besitzer – der sich im Anblick der Behandlungskosten lieber davonmachte.

Heinzelchens Zukunft sah sehr düster aus und das wusste er wohl. Ich denke, dieser Blick spricht Bände, oder nicht?

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Mit Tränen in den Augen las ich damals von Heinzelchens Schicksal. Doch nun habe ich ein noch ein Foto von euch. Na, könnt ihr erraten, wer euch hier entgegen blickt?

 

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Das kleine, verkümmerte Ponyfohlen hat sich zu einem wunderschönen und vor allem gesunden Ponymann entwickelt! Durch aufwändige Orthopädie-Behandlungen ist sein zertrümmertes Bein fast komplett gerade geworden. Heinzelchen hat nicht nur eine liebevolle zweibeinige Familie gefunden, sondern lebt mittlerweile glücklich als vollwertiges Herdenmitglied mit seinen Pferdefreunden zusammen.

Mit Heinzelchen haben in den letzten Jahren unzählige weitere bedürftige Vierbeiner ein neues Zuhause und für viele zum ersten Mal so etwas wie Liebe und Hingabe erfahren dürfen. Auf der Sabro Tierschutz– und Facebook-Seite findet ihr immer wieder aktuelle Fälle. Mit großem Engagement wird hier fleißig geteilt und weiterempfohlen – denn so viel Hingabe steckt an und bestärkt uns alle, zu helfen.

Funktionalität und Qualität treffen Tierliebe

Diese Grundliebe in das Tier finden wir auch in den Produkten der Firma Sabro wieder. Natürlich sind die Halfter, Trensen und Kappzäume wirklich schick – doch viel mehr noch sind sie eine Wohltat für das Tier selbst. Leider gibt es heutzutage immer noch so viele unpassende oder gar schädliche Trainingsgegenstände. Bedenkt man nur, wie sensibel ein Pferdekopf mit all den an den Nervenbahnen ist oder wie schmal und empfindlich ein Hundehals sein kann. Unpassende oder falsch konzipierte Ausrüstung kann auch bei noch so guten Absichten tatsächlich viel Leid schaffen!

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So ist es für das Team von Sabro ein Grundsatz, dass der Tierschutz auch bei unseren geliebten Haustieren nicht aufhört. Funktionalität und Passform haben oberste Priorität! Ganz deutlich wird dies zum Beispiel bei den wirklich revolutionären Kappzäumen. Diesen ist nun auch eine ganz eigene Internetseite mit vielen Fotos und einem Erklärungsvideo gewidmet.

Heute habe ich das Sabro-Team für euch zusammengetrommelt, um ihnen ein paar Fragen zu stellen.

Alessa Neuner: Liebes Sabro-Team, schön, dass ihr euch heute ein wenig Zeit für uns nehmt. Mittlerweile sind eure Produkte bei vielen Tierliebhabern bekannt und geschätzt. Doch die Geschichte dahinter ist sicher vielen noch unbekannt. Wie kamt ihr darauf, überhaupt eine solche Firma zu gründen?

Sandra Brockmann von SABRO: Unsere Firma ist vor über 20 Jahren mehr durch Zufall entstanden, als ich in Schweden lebte und dort einige sehr schöne und funktionelle Artikel entdeckt habe, die es damals hier in Deutschland nicht gab. Unter anderem z.B. die Verbandsschutzschuhe. Ich hatte schon damals 2 Hunde und fand die Lösung selbstständig zu arbeiten für Hundehalter ideal, weil man sich die Zeit dabei zumindest etwas einteilen kann.

AN: Ihr seid also alle selbst Tierhalter bei Sabro? Testet ihr eure Produkte bevor sie in den Verkauf gehen auch selbst?

S.B. von SABRO: Wir haben hier immer ca. 20 Test-Hunde aller Größen, Rassen und vor allem natürlich auch Mixe. Alle unsere Hunde stammen aus dem Tierschutz, weil wir der Meinung sind, dass diese Hunde einfach eine zweite Chance verdient haben. Außerdem ist es aber auch so, dass ältere Tierschutzhunde viele Handicaps mitbringen für die man dann eine Lösung suchen muss. Die meisten Produkte im Bereich Hund sind in der Tat von unseren Hunden entwickelt worden. Sie stehen nicht nur für Produktfotos Model, sondern probieren alles aus. Wenn sich unsere Hunde zum Beispiel in ein Hundebett überhaupt nicht rein legen mögen, dann würden wir das Bett auch nie produzieren. 

Im Bereich Pferd gaben wir tatkräftige Unterstützung durch 4 ganz unterschiedliche Großpferde und 10 Mini-Shettys. Die Trensen und Kappzäume wurden alle an unseren eigenen Pferden vermessen und natürlich auch über die Jahre immer wieder noch weiter optimiert. Das ist mit Sicherheit auch der Grund dafür, warum so viele Kunden von der Passform unserer Pferdeprodukte so begeistert sind.

AN: Man kann also sagen, dass Anatomie und entsprechende Passform bei euren Produkten an erster Stelle stehen? Was macht sie noch so besonders und hebt sie von dem ab, was man üblicherweise zu kaufen bekommt?

S.B. von SABRO: Wie schon gesagt ist es sehr wichtig, ganz unterschiedliche Tiere zu haben, um an den Passformen tüfteln zu können. Ein Hundemantel, der einer Hündin gut passt, engt einen Rüden derselben Größe unter Umständen beim Pinkeln ein… das sind alles Dinge, die man sich in der Bewegung ansehen muss.

Da wir unsere Hunde und Pferde hier bei SABRO sehr gut kennen, können wir auch schnell erkennen, ob das Tragen eines Artikels vom Tier wirklich als  angenehm empfunden wird. Oder ob der Hund bzw. das Pferd doch Unwohlsein damit zeigt. Das geht nur mit eigenen Tieren.

Viele Kunden berichten uns, dass ihr Tier von dem oder dem Artikel gleich so begeistert ist. Das ist für uns immer sehr schön zu hören, aber in der Regel keine Überraschung,  weil hier so viele unterschiedliche Charaktere von Tieren zuvor  „testen“.

AN: Mittlerweile gibt es ja für Hund und Pferd schon eine Menge toller Produkte bei Euch zu kaufen und es kommen immer wieder Neue hinzu. Könnt ihr uns verraten, was es in nächster Zeit an neuen Produkten bei Euch geben wird?

S.B. von SABRO: Die meisten unserer Produkte entstehen ja durch Notwendigkeiten, die bei uns selbst aufgetaucht sind. Wir können von daher schon mal verraten, dass wir in Kürze einen Notsignal-Sender für das Wiederauffinden eines verloren gegangenen Hundes anbieten werden. 

Im Bereich Pferd habe ich immer das Problem, dass gut gepolstere Sattelunterlagen zu dick auftragen, so dass der Sattel zu eng wird und dünne Auflagen nicht genügend polstern. Hier haben wir jetzt etwas neues „altes“ aus einem ganz tollen Naturmaterial entdeckt das beides optimal verbindet. Mehr wird aber noch nicht verraten!

AN: Das hört sich auf jeden Fall spannend an! Eine letzte Frage habe ich noch an Euch. Wie ich bereits oben berichtet habe, bin ich ja durch euer Engagement im Tierschutz und dem „Fall Heinzelchen“ auf euch aufmerksam geworden. In all den Jahren habt ihr sicher viel erlebt. Gibt es ein ganz besonderes Ereignis, einen „Herzmoment“, der euch bestätigt hat, auf dem richtigen Weg zu sein?

S.B. von SABRO: Eigentlich gibt es ganz viele dieser „Herzmomente“. Und die sind immer dann, wenn ein neues Mitglied in unsere SABRO Familie kommt. Das Gefühl helfen zu können und gleichzeitig einen Zweck bzw. eine Aufgabe damit zu erfüllen, ist wunderbar. Es führt zu einem idealen Kreislauf. Wir verdienen unser Geld mit Hunde- bzw. Pferdeprodukten und investieren es dann aber auch wieder in Hunde bzw. Pferde, die unsere Hilfe brauchen. Und diese Tiere wiederum helfen uns neue Produkte vorzustellen bzw. zu entwickeln. 

Jedes einzelne Tier hat einen eigenen Charakter und eigene Bedürfnisse, die dann wieder neue Herausforderungen für uns darstellen.

Vielen Dank liebe Sandra für deine Zeit. Ich bin gespannt, was die kommenden Jahre noch hervorbringen werden!

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8 Kommentare

  1. Liebe Alessa, danke für den schönen Artikel und das Interview. Ich bin auch großer Fan von Sabro und nutze den Kappzaum für die Ausbildung meiner Jungstute. Tatsächlich werde ich immer wieder darauf angesprochen und empfehle Sabro fleißig weiter. Er ist auffällig. Nicht nur weil er schick aussieht, sondern weil Form und Polsterung auf den ersten Blick besonders pferdefreundlich wirken und auf den zweiten Blick bei der Arbeit tatsächlich auch sind. Insofern kann man nicht laut genug auf Unternehmen aufmerksam machen, die so einen schönen und engagierten Weg gehen, wie Sabro. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Alessa

      28. Januar 2016 um 15:48

      Liebe Petra,
      durch den Kappzaum bin ich damals ja auch auf Sabro aufmerksam geworden und möchte ihn absolut nicht mehr missen. Schön, dass du die gleichen Erfahrungen gemacht hast! 🙂
      Herliche Grüße auch an dein hübsches Mädel! 😉
      Alessa

  2. Liebe Alessa,
    Dieser Kommentar soll nicht falsch verstanden werden oder belehrend wirken, sondern lediglich ein kleiner, vorsichtiger Denkanstoß sein.
    Wie lässt es sich vereinbaren das Wohl des Pferdes oder Hundes an erster Stelle zu sehen und gleichzeitig Elchleder für die Ausrüstung zu verwenden? Warum muss ein Tier sein Leben lassen, damit ein anderes Ausrüstungsgegenstände erhalten kann? Warum setzten wir immer wieder alles daran Pferde zu retten und ihnen ein lebenswertes Leben zu ermöglichen, scheuen weder Kosten noch Mühen, aber weiten diesen Gedanken nicht aus auf andere Nutztiere?
    Bestimmt handelt es sich um wundervoll verarbeitete und funktionale Gegenstände, aber müssen dafür andere Tiere sterben?
    Ich möchte mit diesem Kommentar nicht die Arbeit anderer diffamieren, sondern wie gesagt lediglich eine kleine Anmerkung als Denkanstoß in den weiten Raum des Netzcommunity frei lassen.
    Lieben Gruß

    • Alessa

      28. Januar 2016 um 15:07

      Liebe Zora,
      ich kann deine Gedanken durchaus nachvollziehen. Ich lebe seit vielen Jahren vegetarisch, seit einiger Zeit nun vegan. Ich habe aber leider im Pferdebereich noch nicht komplett auf Leder verzichten können, Vieles lässt sich nicht in vergleichbarer Qualität ohne Leder anfertigen.
      Dennoch finde ich, dass deine Gedanken genau in die richtige Richtung gehen! Ich hoffe, dass sich in den komemnden Jahren dahin gehend noch einiges ändern wird.
      Herzliche Grüße,
      Alessa

      • Puh, Niemanden verprellt… Der Moment wenn man versucht vegan zu argumentieren ohne anschließend eins übergebraten zu bekommen 🙂
        Mir gehts ähnlich, aber mittlerweile habe ich es geschafft all mein Zubehör vegan zu halten. Ich hatte zum Glück einen experimentierfreudigen Sattler, der die Herausforderung annahm und mit diversen Materialien experimentiert hat. Was den Zaum angehn habe ich mit Biothane wirklich wirklich gute Erfahrungen gemacht. Da machen sich immer mehr Menschen wirklich gute Gedanken über die Passform und die Funktionen von Kappzaum, Sidepull und co.
        Lieben Gruß

        • Alessa

          29. Januar 2016 um 8:05

          Ja, das kenne ich leider selbst sehr gut – aber da brauchst du bei mir absolut keine Sorge haben! 🙂 Biothane ist wirklich gut, das stimmt. Für Jimmy haben wir da auch ein sehr gutes Sidepull. Nur die Kappzäume haben mich noch nicht so sehr überzeugt… Aber ich glaube, da wird sich in Zukunft sicher (hoffentlich!) noch einiges tun! 🙂
          Glg!

      • Hallo Alessa. Mir fällt dazu derKappzaum von geitner aus Biotane habe ein. darf ich dich fragen welche meinung du zu dem kappzaum hast?

        • Alessa

          29. Januar 2016 um 8:06

          Hallo Janina,
          ich hatte diesen Kappzaum selber nie in der Hand, kann dir also leider nicht viel dazu sagen!
          Glg!
          Alessa

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