Alessa Neuner

A Life dedicated to Horses

Dressur in der Natur – effektives Training, das glücklich macht!

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Ein Pferd gehört raus ins Grüne. Auf lange Feldwege und mit Vogelgesang durch grüne Wälder. Wo die Mähne vom Wind zerzaust wird und die Hufe Abdrücke im Boden hinterlassen…
Wer auch nur einmal mit dem Pferd im Gelände gemeinsam galoppiert ist und dabei vor Glück aus dem Strahlen nicht heraus kam, der weiß, wovon ich spreche: Draußen in der Natur fällt oft der Druck von uns. Wir alle sind entspannter, weniger verbissen und – einfach glücklicher. Das geht auch unseren Pferden so.


Wo am Reitplatz oft die Losgelassenheit, die Motivation oder der Spaß fehlt, gelingen manche Lektionen im Gelände plötzlich wie von Geisterhand geführt. Ich nutze das gezielt im Training. Khayman ist zum Beispiel ein Kandidat, der sich schnell langweilt. Mit der Langeweile kommt die Langsamkeit und schwups, fehlt jegliche Energie. Sind wir jedoch im Gelände unterwegs, reicht ein spritziger Galopp den Hang hoch und schon habe ich wieder ein motivierstes, konzentriertes Pferd unter mir.

Ist man nur ein bisschen kreativ, lässt sich in der Natur so vieles ganz spielerisch erarbeiten. Ein paar Ideen habe ich hier für euch gesammelt – doch es ist noch so viel mehr möglich! Hinterlasst mir gerne unten einen Kommentar und berichtet von euren Ideen. Ich bin gespannt!

Wo die Motivation am Reitplatz fehlt, tauen die Pferde im Gelände oft auf - und werden zum Hingucker!

Wo die Motivation am Reitplatz fehlt, tauen die Pferde im Gelände oft auf – und werden zum Hingucker!

Hier mein Starter-Paket für kreatives Dressurtraining im Gelände:
  • An gruseligen Gegenständen vorbei reite ich ein wunderschönes Schulterherein, gerne auch im Trab. Ein auf die innere Schulter fallen lässt sich so garantiert vermeiden.
  • Bergauf lässt sich wunderbar ein versammelter Galopp trainieren. Auf geraden Strecken hingegen bieten sich Tempoverstärkungen an – beziehungsweise dein Pferd wird sie dir liebend gerne von sich aus anbieten.
  • Bei Galoppwechseln fällt bei euch schnell der Motor aus? Geht mir genauso. Im Gelände jedoch haben wir genügend Energie, um locker flockig einige hintereinander zu schaffen. Ohne, dass ich mein Pferd dabei treiben muss.
  • Dein Pferd hasst Pfützen? Wunderbar, an ihnen vorbei lassen sich von Wegrand zu Wegrand wunderbar Traversalen üben. Ob im Schritt, Trab oder Galopp.
  • Sicherlich findet ihr im Gelände auch ein paar im Weg liegende Äste oder kleine Baumstämme, die sich als Hindernisse einbauen lassen. Im Vergleich zu den immer gleichen Stangen bietet uns das eine schöne Abwechslung!
  • Vor allem in hügeligem Gelände lässt es sich prima am Schritt arbeiten. Steigungen in langsamen (!) Tempo hinauf und ebenso langsam wieder hinab sorgen für Kraft in der Hinterhand. Richtig effektives Muskeltraining sind auch ein paar Schritte Rückwärts Richten auf einem Weg bergab.
  • Dein Pferd hat Probleme damit, Tempo und Rhytmus aufrecht zu erhalten? Spiele damit im Gelände. Hier kann man dem Pferd (und sich selbst) klare Ziele vor Augen setzen: Bis zum nächsten Baum traben wir in einem ruhigen Tempo, danach geht es bis zum Hügel in einem flotten Trab, aus dem heraus wir bis zum Gipfel des Hügels angaloppieren und oben zum Stand durchparieren. Dein Pferd wird deinen gezielten Fokus lieben und entsprechend spiegeln.

Der positive Nebeneffekt – oder vielleicht sogar das wichtigste Ergebnis dabei – ist ist ein Pferd, welches gelernt hat, sich in jeglicher Situation auf mich zu konzentrieren. So wird ganz spielerisch aus dem nervösen Angsthasen ein gelassener Wegbegleiter. Das kleine Faultier, dass auf dem Reitplatz gerne vor sich hin schlürft (*meld, *räusper) wird im Gelände zum Hingucker und wir selbst werden in der nächsten Dressureinheit am Platz sicherlich mit mehr Leichtigkeit und Freude dabei sein.
Außerdem: Wenn Dressulektionen neben Erntemaschinen und einer auf der Koppel galoppierenden Pferdeherde funktionieren, dann funktionieren sie sicherlich auch am nächsten Turnier! 😉

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Du willst mehr zu dem Thema lesen? Hier findest du eine kleine Sammlung interessanter Links dazu:

Lina von Nordfalben nimmt euch mit auf einen gymnastizierenden Ritt durchs Gelände.

Weitere Tipps  für effektives Geländetraining erfährst du hier bei Kultreiter.

Freizeitreiter und die Dressur – interessante Gedanken von Pferdefreunde findest du hier.

Einfach nur ausreiten – ist das tatsächlich pferdefreundlich? Mehr dazu findet ihr bei fühlend reiten.

Und zum Schluss ein schönes Video von Herzenspony Faxi beim fleißigen Geländetraining:

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5 Kommentare

  1. Ganz toller Beitrag!
    Der Grosse mutiert vorallem bei der Dressur im Viereck, zum Riesenfaultier. Da hab ich ehrlich oftmals keine Lust andauernd zu treiben und komm mir öfter so vor, als ob ich ihm meinen Willen aufzwinge. Gymnastizieren muss aber dennoch sein. Daher nutzen wir oft das Gelände für kleine Einheiten. Wir haben einen ganz tollen Fluss in der Nähe, durch den man Reiten darf. Da steht selbst Auryn das Wasser teilweise bis zum Bauch. Ist aber eine perfekte Stärkung für die Bein- Muskulatur und im Sommer zugleich eine Abkühlung für Reiter und Pferd! 😀

  2. Liebe Alessa,

    ein wirklich kreativer Eintrag! Man neigt ja schon sehr dazu, im Gelände alles locker flockig zu machen und auf dem Platz wirds immer anstrengend. Klar, dass unsere Pferdchen dann lieber den Energiesparmodus anschalten… 😀 Schließlich sehen sie keinen großen Sinn, warum sie jetzt komische „Figuren“ und „Biegungen“ laufen sollen – und im Gelände merken sie warum! Es sind Hindernisse da, die sie unterschiedlich bewältigen müssen – mir gefällt der Gedanke…
    Man könnte auch die Bäume im Wald mit einbeziehen, wie z.B. rückwärts Schlangenlinien reiten, bzw. vorwärts, dann auch mal in der Traversale im wechsel um die Bäume oder einfach nur Volten mit schöner Stellung und Biegung. 🙂 Ich kann mir gut vorstellen, dass einige Pferde während so einer Übung im Gelände, die eine oder andere Lektion besser verstehen werden.
    LG

  3. Huhu Alessa 🙋,
    Meistens hab ich zu deinen Artikeln nichts hinzuzufügen. Heute jedoch kann ich etwas von mir erzählen. Ich selber reite Altkalifornisch Western (bzw Lerne ich täglich dazu) und mache sehr gerne Rinderarbeit. Grade da merke ich oft wie das Pferd versteht „Ach deswegen brauch ich den Rollback“, “ Stoppen ? Kein Problem“. Und meist macht es dieses besser als man denkt das es das könnte. Davon abgesehen das man sieht wie mitgedacht wird und oft nur auf das „ok“ gewartet wird das dir Idee richtig war. Genau das liebe ich zu sehen, grade weil es dann beim Platztraining besser klappt weil es weiß wofür.
    Genauso ist es mit dem Geländetraining aber ich wollte dir meine schönsten Erfahrungen erzählen ☺

  4. Hi Alessa,
    schöner Artikel!
    Hast du vielleicht auch Tipps für nervöse Pferde, die zum durchgehen neigen? Ich hab nicht immer die Möglichkeit mit einem Begleiter auszureiten und würde gern mehr Ruhe reinbringen.
    Danke, Jasmin
    Ps: Mach weiter so!

    • Hi liebe Jasmin,
      vielen Dank, freut mich sehr, dass der Artikel dir gefällt! 🙂
      Sorry erstmal für meine späte Antwort – ab und an brauche ich einfach ein wenig Auszeit. Bezüglich deiner Frage: Wie kommt ihr zwei denn zurecht, wenn du neben deinem Pferd mitläufst? Oft kann man nervösen Pferden am Boden mehr Sicherheit geben. Es ist in meinen Augen absolut keine Schande, dann zwischendurch bei einem Ausritt auch mal abzusteigen und eine Zeit lang zu führen, bis Nervosität bei Pferd und Reiter verflogen sind 😉
      Ich wünsche euch alles Gute! Herzliche Grüße,
      Alessa

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